
Drusenheim/Rastatt/Hagenbach (ar). Wenn auch der Begriff „Pamina“ noch nicht recht bei allen Bewohnern aus der Südpfalz, dem Elsass und dem Badischen bekannt ist, so kennt man den „Pamina-Rheinpark“ zwischenzeitlich weit über die Grenzen der Region hinaus. In diesem Jahr kann das „größte regionale Museum“ Europas auf zehn Jahre Bestehen und mit Stolz auf rund drei Millionen Euro Fördergelder aus Brüssel blicken.
Zumersten Mal trafen sich die Mitglieder des „Pamina-Rheinpark“ zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in ihrer neuen Mitgliedsgemeinde Drusenheim, die vor zwei Jahren ihr Interesse bekundet hatte. Erfreut erklärte der Drusenheimer Bürgermeister Jacky Keller, dass seine Gemeinde bis Herbst dieses Jahres als Station im „Pamina-Rheinpark“ in der Nähe des Rheins ein Pavillon als Stätte der Kommunikation und einen grenzüberschreitenden Entdeckungspfad errichten werde. Die Maßnahme, die insgesamt rund 120.000 Euro kostet, wird zu 50 Prozent aus dem Förderprogramm Interreg IIIA der europäischen Union finanziert.
Weitere Projekte, die in den Gemeinden Süderweiterung realisiert werden sollen, sind die Aufwertung des Fort Vauban in Fort-Louis und die Erinnerungsstätte „Goethe“ in Sessenheim. Wie Geschäftsführer Claus Haberecht bemerkte, seien aktuell für laufende Projekte 369.000 Euro EU-Mittel genehmigt, doch erst 69.000 Euroabgerufen. Er forderte alle Mitglieder dazu auf, in ihren Gemeinden dafür Sorge zu tragen, die beantragten Projekte noch in diesem Jahr zu realisieren. Ansonsten laufe man Gefahr, dass EU-Mittel für den Rheinpark gestrichen würden. Dies sei für die ganze Gemeinschaft von Nachteil.
Einstimmig genehmigt wurde von der Versammlung ein weiterer Folgeantrag, durch den die Kommunen mehr Handlungsspielraum erhalten sollen. Ein Antrag liegt bereits vor: Koordiniert vom Arbeitskreis Umwelt und unter der Federführung des Umweltzentrums Rappenwörth sollen Sumpfschildkröten und andere Amphibienarten links und rechts des Rheins in Höhe Lauterburg geschützt werden.
Der „Pamina-Rheinpark“, dem aktuell 29 Gebietskörperschaften angehören und der sich über eine Fläche von 520 Quadratkilometer ausdehnt, erhielt im vergangenen Jahr bei all seinen Veranstaltungsangeboten viel Resonanz. Einbesonderer Erfolg war die über die Wintermonate zum zweiten Mal durchgeführte Veranstaltungsreihe „Winterzeit im Rheinpark“, bei der fast alle Veranstaltungen ausgebucht waren. Auch in diesem Jahr lädt der „Pamina-Rheinpark“ an Christi Himmelfahrt, 25. Mai, wieder zu einem Tag der offenen Tür ein, an dem an vier Eröffnungsbereichen sowie in den Museen verschiedene Veranstaltungen geplant sind. Zu Ende des Jahres ist eine Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Rheinparks geplant.
Neu in diesem Jahr sind nicht nur die vereinheitlichten Info-Tafeln an allen Stationen mit Informationen über die gesamte Rheinpark-Struktur sondern auch die neue Multimedia-Präsentation in jedem Museum, die den Besuchern ab Mai einen virtuellen Rundgang durch alle anderen Museen erlaubt.
Bei den anstehenden Neuwahlen bestätigte die Versammlung als Vorsitzende Bürgermeister Siegfried Schaaf aus Steinmauern sowie dessen Kollege Hugues Kraemer aus Seltz, Antoine Meyer, Bürgermeister von Mothern, als Schatzmeister und Claus Haberecht vom Landkreis Rastatt als Geschäftsführer. Als Beisitzer wurden gewählt für die französische Seite Robert Metz, Bürgermeister von Sessenheim, und für die deutsche Seite Gerhard Dietz, Bürgermeister von Rheinstetten. Bürgermeister Hartwig Rihm aus Au am Rhein und Laurent Timmel wurden zu Kassenprüfern bestimmt.
Anne-Rose Reif