Pressemeldung

Zukunft der Fähre Seltz-Plittersdorf (06.04.2006)

Rastatt/Seltz (ar).
Die Zukunft der Rheinfähre zwischen Plittersdorf und Seltz bleibt weiterhin eine offene Frage, die eine ganze Region bewegt. Thematisiert wurde dies auch in der Mitgliederversammlung des „Pamina-Rheinpark“, in dessen Funktion die Fähre einen wichtigen Lebensnerv darstellt.
„Die Rheinfähre Seltz/Plittersdorf ist die einzige schöne Rheinüberquerung für Radfahrer nach Neuburgweier“, bemerkte Claus Haberecht, Geschäftsführer des Pamina-Rheinpark. Rund 2000 Radfahrer benutzten diese Verbindung wöchentlich während der Sommerzeit. Darüber hinaus stellt sie das Mittelstück des Pamina-Radwegenetzes dar, das ohne diese Verbindung seine Funktion aber auch seinen Charme verlieren würde.

„Wenn man den Tourismus im Nordelsass und im Pamina-Raum ankurbeln möchte, dann kann man dies nicht, indem man die Fährverbindung kappt“, bemerkte der Seltzer Bürgermeister Hugues Kraemer, der erst im vergangenen Jahr an der Fähre auf Seltzer Seite einen Pamina-Informationspavillon mit Hilfe von EU-Mitteln errichten ließ. „Eine Schließung der Fähre wäre tödlich für den Pamina-Rheinpark“, so Kraemer, der diesbezüglich schon mehrmals an den zuständigen unterelsässischen Generalrat geschrieben und Gespräche mit den Abgeordneten sowie Generalratspräsident Philippe Richert geführt hat. „Richert versichert immer wieder, wir werden das Beste machen“, bemerkt Kraemer, der sich vertröstet fühlt.
Begonnen hatte die inzwischen zu einem Politikum gewordene Diskussion vergangenen Sommer, als ein Rheinschiff auf seinem Weg von Straßburg nach Koblenz mit dem hinteren Schiffsteil auf die auf französischer Seite angelegte Fähre aufgefahren war. Der verursachte Schaden wurde auf rund 150.000 Euro geschätzt, eine Summe, die von der Versicherung bezahlt wurde. Eine in Auftrag gegebene Studie zeigte jedoch zahlreiche andere Sicherheitsmängel auf, die in unzähligen weiteren Studien bis zum heutigen Tag noch nicht zu Ende geführt werden konnten.
„Wir schätzen aktuell die Kosten auf 1,1 Millionen Euro, wobei vor allen Dingen die Sicherheit der Passagiere von großer Bedeutung ist“, erklärte Franck Sigrist, verantwortlicher Verkehrsingenieur des unterelsässischen Generalrates. WieSigrist diese Woche erklärte, könne bis Mitte Mai mit einer Entscheidung gerechnet werden, wobei die Frage ob und wenn ja, in welcher Form die letzte Drahtseilfähre auf dem Rhein wieder in Betrieb genommen werden könnte, noch nicht beantwortet wurde. Sicher ist, der Tag der offenen Tür des Pamina-Rheinpark an Christi Himmelfahrt muss in diesem Jahr ohne Fähre Seltz auskommen.

Zwischenzeitlich wurde auch der Pamina-Zweckverband auf dieses Problem hellhörig und wird sich in der nächsten Ausschusssitzung Vekehr am 16. Mai damit auseinandersetzen. Der grenzüberschreitende Tourismusverband Vis-à-Vis, der unter dem Dach des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein angesiedelt ist, hat sich vor zwei Wochen mit einem Schreiben an den unterelsässischen Generalrat gewandt und auf die touristische Bedeutung der Fähre aufmerksam gemacht. „Bisher haben wir noch keine Antwort erhalten, doch wir bitten unsere elsässischen Freunde, hier wieder tätig zu werden“, erklärte Verbandsdirektor Gerd Hager.
Wie Haberecht bemerkte, hätten sich auch schon Rastatts Oberbürgermeister Klaus-Eckhard Walker und der Landkreis für den Erhalt der Rheinfähre ausgesprochen, der Bund lehne jedoch eine finanzielle Beteiligung von deutscher Seite ab. Auf Vorschlag von Helmut Pautler, Bürgermeister von Rheinmünster, werden sich alle im Pamina-Rheinpark angeschlossenen Kommunen und Körperschaften mit einer Unterschriftenaktion an den unterelsässischen Generalrat wenden. „Damit man sieht, beidseitig des Rheins halten wir zusammen“, so Pautler.

Anne-Rose Reif

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