Das um 1720 erbaute zweigeschossige Wohnhaus, das jetzige Hardtmuseum, steht in der Tradition der alten fränkischen Hofanlagen und repräsentiert einen für das frühe 18. Jahrhundert großen Haustyp.
Schwerpunkte des Museums sind Volksfrömmigkeit, Wallfahrt und Leben im 19.Jahrhundert auf der Hardt. In einem Teil des Museums werden Beiträge zur Ortsgeschichte gezeigt.
Frömmigkeit als Notanker
Zu dieser
Zeit war das Leben auf der Hardt nicht leicht. Die Menschen
wanderten zu Tausenden nach Ungarn, Russland und Amerika
aus, wo sie sich Glaubens- und persönliche
Freiheit erhofften. Der Glaube und die manchmal naiv erscheinende
Volksfrömmigkeit
waren für die "in der Heimat" ausharrenden
wie auch für die Auswanderer oft der einzigeHalt,
der einzige Anker in der Not und Hoffnungslosigkeit.
Zeichen der Frömmigkeit
Glaube, Liebe
und Hoffnung, symbolisiert durch Kreuz, Herz und Anker
tauchen immer wieder in der christlichen Ikonographie auf
und gaben den Menschen nach jedem Krieg, jeder Brandschatzung
und Plünderung, nach Pest, Hungersnöten
und Naturkatastrophen und nach jeder Krankheit immer wieder
die Kraft von vorne anzufangen, neu aufzubauen und auf
eine bessere Zukunft zu hoffen.
Diese Devotionalien, das heißt Zeichen der Gottesergebenheit aber auch der Verehrung und der Andacht, sind all jene Dinge, die Gläubige ihrem Gott darbringen. Dazu gehören sowohl für den kirchlichen wie auch den häuslichen Gebrauch Kruzifixe, Madonnen- und Heiligenbildnisse, Kerzen, Wachsstöcke, Behältnisse für Weihwasser, geweihtes Öl, Rosenkränze und vieles mehr.
In der Wallfahrtskirche Maria Bickesheim wurden diese "Votive" dann am Altar oder Gnadenbild der Madonna niedergelegt oder mit in die Wohnungen genommen. D ie umfangreiche Sammlung von Devotionalien zeigt in beeindruckender Weise die Welt der Volksfrömmigkeit und vermittelt einen tiefen Eindruck der Gläubigkeit.
Frömmigkeit im alltäglichen Leben
Im
Obergeschoss des Museums finden Sie eine vollständig
eingerichtete bäuerliche Wohnung des 19.Jahrhunderts
von der Küche bis zur Schlafstube der Kinder. Begeben
Sie sich auf die Suche und finden Sie die Zeichen der Frömmigkeit
des damaligen täglichen Lebens und interpretieren
Sie sie für sich.
Feb-Dez
jeden 1. und 3. So im Monat
von 14 bis 17 Uhr
Januar: geschlossen
Sonderführungen sind nach
Vereinbarung jederzeit möglich.
Hardtmuseum
Ritterstrasse 16
76448 Durmersheim
Tel.: +49 (0)7245/920-0
Fax: +49 (0)7245/920-258
e-mail:info@durmersheim.de
www.durmersheim.de
Flyer Hardtmuseum
(pdf, 530 kb)