Der wandernde Rhein
Was bedeutete der
ständig in seinem Bett wandernde
Rhein für die Dörfer an seinem Ufer? Ebenso wie
andere Orte am Rhein wechselte Neuburg durch eine Verlagerung
des Rheinflussbettes vom rechten Ufer auf das linke. Im
Jahr 1595 durchbrach der Rhein einen seiner Mäanderbögen - und
Neuburg lag erst auf einer Insel, dann auf der linken Rheinseite
im Bogen eines Altarms. Dies hatte zur Folge, dass der
zu Neuburg gehörige Weiler (das heutige Neuburgweier)
von seinem Hauptort getrennt wurde; auch Teile der Gemarkung
lagen nun auf der anderen Rheinseite. Ein zweites Mal wurde
der Ort nach dem 30jährigen Krieg komplett abgebaut
und im Jahr 1657 an der heutigen Stelle wieder aufgebaut.
Der Ortswechsel von Neuburg ist durch die Darstellung auf
historischen Karten gut verständlich dokumentiert
und erläutert.
Der Umzug eines ganzen Dorfes war nur durch die Fachwerkbauweise der Häuser möglich; ein anschauliches Modell und ein komplett renoviertes Gebäude können Sie während Ihres Museumsbesuches besichtigen.
Eine Gemeinde auf zwei Flussufern
Für die Bewohner bedeutete die Verlagerung des Ortes,
dass sie zum Mähen ihrer Wiesen auf die andere Flussseite übersetzen
mussten. Dies wurde mit den als "Grasnachen" bezeichneten
Booten bewerkstelligt: mit einem solchen Grasnachen, den
sie im Museum
sehen können, wurde das gemähte
Gras, oder Heu und Holz auf das linke Rheinufer zum Ort
transportiert.
Neuburg war aber auch seit dem Mittelalter eine wichtige Fährverbindung über den Rhein und in der Folge eine wichtige Zoll- und Lotsenstation. Die Neuburger Lotsen brachten zwischen Speyer und Straßburg die unterschiedlichsten Schiffstypen den Rhein hinauf und hinunter. Die Entwicklung dieser Schiffstypen durch einige Jahrhunderte können Sie an Modellen im Museum nachvollziehen.
Seit 1250, als Neuburg die Stadtrechte erhält , bestehen auch Zollrechte gegenüber den auf dem Rhein fahrenden Schiffen. Die historische Entwicklung des Zollwesens in Neuburg und Neuburgweier bis zur Auflösung im Jahr 1993 wird im Museum erläutert und dargestellt. Die Geschichte einer deutsch-französischen Zollstation können Sie sich auch am ehemaligen Zollpavillon im nahe gelegenen Neulauterburg vergegenwärtigen.
Sie können natürlich auf Anfrage auch eine Führung
durch das Museum erhalten. Sowohl für Gruppen als
auch für Einzelbesucher steht eine computeranimierte
Präsentation als Einführung zur Verfügung. ![]()
jeden Dienstag von
10 - 12 Uhr
Mai-Oktober
jeden 1. Sonntag im Monat und feiertags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung
Januar: geschlossen
Rheinaue-Museum Neuburg
Hauptsrasse 50
D-76776 Neuburg
Gemeinde:
Tel.: +49 (0)7273/1226
Fax: +49 (0)7273/92023
G. Balzer priv.
Tel.: +49 (0)7273/919234
Fax: +49 (0)7273/919235
e-mail:gemeinde.neuburg@t-online.de
www.neuburg-rhein.de