
Elchesheim-Illingen/Berg (aer). Der „Pamina-Rheinpark“ – als prophetisches Vorhaben ins Leben gerufen von Menschen rechts und links des Rheins – gehört heute zu einem grenzüberschreitenden Projekt, das in ganz Europa Beachtung findet. Am Mittwoch feierten rund 100 Bürgermeister und Vertreter der 29 beteiligten Gebietskörperschaften aus dem Elsass, der Südpfalz und dem Badischen im Museum „Arbeit am Rhein“ in Elchesheim-Illingen das zehnte Gründungsjahr dieser Museumslandschaft.
Vor 200 Jahren bestimmte der ungebändigte Rhein die Lebensbedingungen der Menschen, aber auch der Tier- und Pflanzenwelt. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd, Fischfang, typisches Handwerk, Flussschifffahrt und Goldsuche gehörten zu den Charakteren auf beiden Seiten des Flusslaufs. Auswirkungen auf diese natürlichen Lebensweisen hatte die Begradigung des Rheins Mitte des 19. Jahrhunderts. Um die Auenlandschaften am Oberrhein zu schützen, hatten französische und deutsche Gebietskörperschaften die Idee, das Rheinauen-Projekt ins Leben zu rufen, das, initiiert von der Stadt Rastatt seine Ursprünge Anfang der 80er Jahre in ersten Bürgermeistertreffen zwischen Rastatt und Beinheim hatte, denen sich im Laufe der Zeit weitere Gemeindevertreter anschlossen.
Erst als auf der Grundlage eines Gutachtens im Rahmen des europäischen Interreg-Programms ein Straßburger Büro im Jahre 1991 ein Konzept für ein „Ökomuseum beidseits des Rheins“ entwickelt hatte, stellten 12 Gebietskörperschaften gemeinsam ihren ersten Antrag für das Projekt „Rheinauenpark“. Zentrales Thema sollte der Rhein sein. Die erste Museumsöffnung war das Riedmuseum in Rastatt-Ottersdorf.
In über 40 Treffen bis zum Jahre 1996 wurden Inhalte und Rahmenbedingungen diskutiert, bei denen sich die französischen und deutschen Partner kennen lernten und ein Vertrauen aufbauten. Ende 1996 wurde beschlossen, einen Verein zu gründen. Die Gründungsversammlung des „Pamina-Rheinpark e.V.“ fand am 30. Januar 1997.
Wie viel Ansehen dieses einstige Pilotprojekt erhielt, zeigte sich schon bald an der großen Nachfrage nach Mitgliedschaften, die noch immer anhält. Heute zählt der grenzüberschreitende Pamina-Rheinpark 29 Städte, Gemeinden, Landkreise, kommunale Zweckverbände und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 520 Quadratkilometer. Acht Museen, zwei grenzüberschreitende Naturschutzzentren, über 50 Stationen am Wegesrand, ein ausgedehntes Radwegenetz, jährliche Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür und Winterzeit im Rheinpark sowie eine gemeinsame Multimedia-Präsentation wurden zwischenzeitlich fest eingerichtet und auf zahlreichen großen Tourismusmessen präsentiert. Bis heute wurden insgesamt rund 8,8 Millionen Euro in diese europäische Kulturlandschaft zwischen Karlsruhe und Lichtenau im Badischen sowie Neuburg und Berg in der Südpfalz und Drusenheim im Elsass investiert.
„Heute bin ich davon überzeugt, dass sich die Gedanken, die wir vor zehn Jahren hatten, positiv weiterentwickeln werden“, bemerkte Hugues Kraemer, momentaner Vereinsvorsitzender und Bürgermeister der Gemeinde Seltz. „Durch das ehemalige Projekt Ökomuseum sind wir hier in Europa näher zusammen gerückt“, äußerte der zweite Vorsitzende Siegfried Schaaf, Bürgermeister von Steinmauern. Einen besonderen Dank richtete er an das Landratsamt Rastatt, wo Claus Haberecht und sein Team viele Stunden in die Koordinierung des Projektes legen. ![]()
Die Region Oberrhein mit ihren über 40 grenzüberschreitenden Projekten werde in Brüssel als Modellregion angesehen, bemerkte Adrien Zeller, Präsident des elsässischen Regionalrates. Der Pamina-Rheinpark gebe allen Menschen am Oberrhein ein Beispiel dafür, wie Freundschaften vertieft, Natur geschützt und Geschichte bewahrt werden könnten