
Rastatt/Karlsruhe (ar). Nur wenigen Bewohnerinnen und Bewohnern des Oberrheingebietes zwischen Karlsruhe und Basel ist die internationale Bedeutung des Naturreservates links und rechts des Rheins bewusst. Seit September 2008 ist dieses Gebiet wegen seiner überragenden Naturausstattung als weltweit eines von 12 grenzüberschreitenden Ramsar-Gebieten anerkannt und genießt damit den gleichen Schutz wie die Everglades in Florida oder die Camarque in Frankreich. In einer Wanderausstellung, die am Freitag im Foyer des Landratsamtes Rastatt eröffnet wurde und bis 28. Mai besichtigt werden kann, wird dieser geschützte Lebensraum mit seiner Tier- und Pflanzenwelt vorgestellt.
Die Ramsar-Konvention ist ein von der UNESCO initiierter völkerrechtlicher Vertrag, der im Jahre 1971 zum Schutz von Feuchtgebieten und Ökosystemen als Lebensraum für Wasser- und Watvögel abgeschlossen wurde. 158 Staaten haben zwischenzeitlich diese Konvention unterschrieben, ausgewiesen werden derzeit rund 1.600 Gebiete weltweit. Von den über 200 Feuchtgebieten, die den Kriterien der Ramsar-Konvention entsprechen, wurden bisher 34 Gebiete in Deutschland anerkannt. Weltweit gibt es jedoch nur 12 grenzübergreifende Ramsar-Gebiete, zwei davon in Deutschland: Das deutsch-französische Oberrheingebiet zwischen Karlsruhe und Basel und die deutsch-österreichische Bayrische Wildalm.
Landrat Jürgen Bäuerle verwies im Rahmen der Eröffnung der Wanderausstellung auf die Bedeutung dieses Übereinkommens zum Schutz von Feuchtgebieten für den Naturschutz. Für die Region eröffne dies erhebliche Chancen und Potentiale, zumal der rund 850 Quadratmeter große grenzüberschreitende Pamina-Rheinpark vollständig in dieser „Oberrhein-Ramsar-Kulisse“ liege. „Unsere Region bewegt sich nicht nur im gastronomischen sondern auch im Naturschutzbereich international auf Sternenniveau“, äußerte Bäuerle.
Freude auch bei Claus Haberecht, Geschäftsführer des Pamina-Rheinparks, der diese Auszeichnung zur Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden räumlichen Museumslandschaft nutzen möchte. Neben dem Ausbau der Infrastruktur im Pamina-Rheinpark sei es insbesondere wichtig, die intakte Landschaft zu erhalten und sinnvoll zu entwickeln.
Das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört, dessen Leiter Harald Dannenmayer federführend für das Naturschutzzentrum Baden-Württemberg die Wanderausstellung konzipierte, soll im Grenzbereich des Ramsar-Gebietes als Nordportal fungieren und insbesondere die Integration des Ramsar-Themas in die regionale Schul- und Umweltbildung vorantreiben. Das Mittelportal befindet sich im Taubergießen bei Rust, das Südportal in der Petite Camarque im Südelsass.