Pressemeldung

4. Bürgermeistertreffen im PAMINA-Rheinpark

Rastatt/Germersheim/Karlsruhe (aer). Zahlreiche von der EU finanziell geförderte grenzüberschreitende Projekte werden realisiert, in der Pamina-Region Baden-Südpfalz-Nordelsass besteht trotz Krise eine stabile Infrastruktur und die Menschen pendeln in Strömen über die Grenzen. Allein was fehlt sind vernünftige Rheinübergänge. Beim vierten Treffen der Bürgermeister des Pamina-Rheinparks, zu dem Landrat Jürgen Bäuerle am Montag in das Landratsamt Rastatt eingeladen hatte, forderte man erneut die Ertüchtigung der bestehenden Brücken sowie eine kleine Radfahrbrücke zwischen der Staustufe Iffezheim und der Wintersdorfer Brücke.

Drei Themenschwerpunkte werden aktuell im Eurodistrikt Regio Pamina im Rahmen einer Machbarkeitsstudie behandelt: Busverbindung zwischen Rastatt/Baden-Baden und Haguenau, Rheinübergänge und Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs mit Anpassung der unterschiedlichen Netze, Aufwertung der Infrastruktur und attraktiveren Bahnhöfen. Welche Bedeutung diese Themen haben, unterstrich Claus Haberecht, Geschäftsführer des Pamina-Rheinparks, der die aktuellen Zahlen des grenzüberschreitenden Verkehrs vorlegte. Danach fahren täglich rund 18.000 Fahrzeuge mit einem Schwerlastverkehr von 22 Prozent über die Staustufe Iffezheim, die noch bis Frühjahr 2012 aufgrund des Einbaus der fünften Turbine nur einspurig passierbar ist. Mit Blick auf das im elsässischen Roppenheim geplante Markendorf, das im Sommer 2011 eröffnet werden soll, befürchtet man eine noch größere Belastung dieser Brücke. Für Radfahrer ist diese Brücke gesperrt.

 

Rund 8.000 Fahrzeuge passieren täglich die Wintersdorfer Brücke, die dringend ertüchtigt werden müsste und die ebenfalls über keinen separaten Radweg verfügt. Die Idee, einen Radweg an die Brücke anzuhängen, scheitere, wie Haberecht bemerkte, aus rechtlichen Gründen, da diese Brücke auf französischer Seite immer noch als Eisenbahnbrücke gewidmet ist. Wie Robert Heimlich, Vorsitzender des Gemeindeverbandes Uffried und Vorstand der Grenzgängervereinigung äußerte, zahle der unterelsässische Generalrat 70.000 Euro Miete jährlich, damit diese Brücke für den Straßenverkehr geöffnet ist.

Über die ebenfalls dringend zu ertüchtigende Maxauer Brücke fahren täglich rund 82.000 Fahrzeuge, wobei für das Jahr 2025 bis zu 100.000 Fahrzeuge prognostiziert werden. Der Grenzübergang Lauterbourg wird täglich von rund 8.000 Fahrzeugen passiert, 2.500 davon Schwerlastverkehr.

Stark befahren sind die beidseits des Rheins verlaufenden Autobahnen. Auf der dreispurigen A5 werden in Höhe Rastatt täglich rund 80.000 Fahrzeuge gezählt mit einem steigenden Anteil des Schwerlastverkehrs von 20 Prozent, auf der elsässischen zweispurigen A35 in Höhe Seltz sind es täglich 20.000 Fahrzeuge. „Normalerweise haben wir auf den französischen Autobahnen einen Schwerlastverkehrsanteil von 15 Prozent, auf der A35 erreichen wir 25 Prozent aufgrund der deutschen Lkw-Maut, äußerte Heimlich. Nach Aussage der Präfektur in Straßburg soll voraussichtlich bis Ende 2010 auch hier eine Mautgebühr für Lkw eingeführt werden.

 

„Es wäre gut, wenn wir eine neue Rheinbrücke bekommen würden“, bemerkte Heimlich, der hierzu auch schon Gespräche mit dem elsässischen Präfekten und Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner geführt habe.

Besonders schwierig haben es die Radfahrer, denen die beiden privat betriebenen Fähren in Neuburgweier und Leimersheim sowie die Fähren in Drusenheim/Greffern und voraussichtlich ab Sommer kommenden Jahres die Fähre Seltz/Plittersdorf zur Verfügung stehen. „Wir sollten an diesem Thema dranbleiben, im südlichen Oberrheingebiet hat man es uns vorgemacht“, äußerte Landrat Bäuerle.

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