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Rastatt (aer). Die Zusammenarbeit in der deutsch-französischen Grenzregion Pamina und insbesondere die grenzüberschreitende räumliche Museumslandschaft des Pamina Rheinparks sind Vorbild für zahlreiche weitere Grenzregionen in Europa. Auch in der Grenzregion zwischen Weißrussland und Lettland entlang des Flusses Dvina soll das bewährte Konzept umgesetzt werden. Eine 24-köpfige Delegation aus den beiden Ländern ist zurzeit auf Besuch im Pamina Rheinpark.

„Bella Dvina – über die Grenzen reisen, Kultur entdecken, Natur der Region der Dvina genießen“ so heißt das weißrussisch-lettische EU-Projekt, das im vergangenen Jahr auf Initiative des Deutsch-Weißrussischen Hauses (DWH) in Karlsruhe ins Leben gerufen wurde. Das DWH, das im Jahre 1994 als privatrechtliche Organisation gegründet wurde, konnte zwischenzeitlich schon viele kommunale Entwicklungsprojekte im Dreiländereck Lettland, Weißrussland und Russland initiieren.

Im November vergangenen Jahres fand die erste internationale Konferenz zur Förderung des Tourismus im „Bella Dvina“ Erlebnisraum in der weißrussischen historischen Stadt Polotsk statt. Die 70.000 Einwohner zählende Stadt Polotsk, mit ihren 1.147 Jahren die älteste Stadt Weißrusslands und ehemalige Hansestadt, tritt als Projektträger auf. Sieben Landkreise und regionale Entwicklungsagen-turen im rund 200 Kilometer langen Grenzgebiet an der Dvina beteiligen sich an diesem grenzüberschreitenden Tourismusprojekt, das die Europäische Union im Rahmen des Interreg-Programms „Baltic Sea Region“ mit einer halben Million Euro bezuschusst.

„Bei uns gibt es sehr viele Museen, die wir in einem grenzüberschreitenden Verein zusammenführen wollen“, erklärte Vladimir Tochilo, Oberbürgermeister der Stadt Polotsk. Aufgewertet sollen die kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten dieses Raumes zwischen der lettischen Stadt Dünaburg und den belarussischen Polotsk und Witebsk, ein Gebiet entlang der Dvina, das bereits in Vorzeiten als Handelsstraße von Schweden nach Griechenland benutzt wurde. Auch die Altstadt von Polotsk soll ähnlich dem Riedmuseum in Ottersdorf restauriert und für Touristen zugänglich gemacht werden. „Wir haben schon viel über den Pamina Rheinpark gehört und sind heute hier, um uns mit den deutschen und französischen Experten auszutauschen“, bemerkte Vladimir Tochilo.

Trotz einigen Sprachbarrieren gab es einen regen Austausch unter den Delegationsteilnehmern und den Verantwortlichen des Pamina Rheinparks. Besucht wurden der Aalschocker in Wintersdorf, das Krumacker-Haus in Seltz, das Naturschutzzentrum in Munchhausen, die Pamina-Beratungsstelle in Lauterbourg, das Museum in Neuburgweier. Am heutigen Donnerstag werden sich die Delegationsmitglieder und die Verantwortlichen des Pamina Rheinparks aus dem Elsass, der Südpfalz und dem Badischen im Landratsamt Rastatt zu einem ganztägigen Workshop zusammenfinden, bei dem nicht nur kulturelle Verschiedenheiten sondern auch organisatorische Strukturen und die Erfahrungen der bisherigen Arbeit ausgetauscht werden. „Dies ist ein erster intensiver europäischer Dialog, bei dem auch wir etwas lernen können“, bemerkte Rheinpark-Geschäftsführer Claus Haberecht, der sich freut, die siebte Delegation aus einem europäischen Grenzraum begrüßen zu dürfen.

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