Pressemeldung

Gemeinsam feierte man die Wiederinbetriebnahme der neuen Fähre „Saletio“

Rastatt-Plittersdorf/Seltz (are). Die gesamte Grenzregion Baden, Elsass, Pfalz, ja sogar der Himmel strahlte am Wochenende, denn gemeinsam feierte man die Wiederinbetriebnahme der neuen Fähre „Saletio“, die zwei Tage begehrtes Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland war. Mehr als 10.000 Passagiere hatte sie an diesen beiden Tagen zu befördern, obwohl sie erst frisch aus der Taufe gehoben wurde.

Der Rastatter Stadtteil Plittersdorf und sein französischer Nachbar Seltz hatten sich für dieses Ereignis und den 700. Geburtstag der Fährverbindung zwischen den beiden Rieddörfern intensiv vorbereitet und zwei Jahre lang das „Fährfest“ – natürlich grenzüberschreitend – organisiert. Attraktionen für Klein und Groß, von Nah und Fern sollte es zur Feier dieses Tages geben, darüber war man sich auf beiden Seiten des Rheins im 20-köpfigen Organisationsteam um Winfried Müller, Rolf Fritz und Michael Müller in Plittersdorf und im zehnköpfigen „Comité de Fête“ in Seltz einig. 12 Vereinen aus Plittersdorf und acht Vereinen aus Seltz gelang es an diesem Wochenende, ganzen Menschentrauben gemütliche Stunden am Rheinufer zu bieten.„Eigentlich hätten wir einen Shuttle-Service einrichten müssen“, bemerkte Annette Kohler vom Seltzer Organisationsteam, doch mit einem solchen Andrang habe man nicht gerechnet. Im mit Fähnchen feierlich geschmückten Plittersdorf standen die Autos bis zur Kirche. Zwei Kilometer Fußstrecke nahmen die vielen Tausend Besucher, die auch aus dem Stuttgarter und süddeutschen Raum, aus dem ganzen Elsass, ja sogar aus dem Rheinland angefahren kamen, in Kauf, um die Hauptattraktion des Tages hautnah zu erleben. Schon am Samstag vor Festeröffnung gab es kaum ein Durchdringen durch die Menschenmassen. Und dann hieß es für alle: Geduldig warten auf die Fähre. Wartezeiten von einer halben bis zu einer Stunde waren keine Seltenheit, durfte doch die neue „Saletio“ nur maximal 80 Passagiere an Deck nehmen.

„Das Fährenfest 2010 ist ein Ereignis, das man noch lange positiv in Erinnerung behalten wird“, bemerkte der Plittersdorfer Ortsvorsteher Mathias Köppel zu Festbeginn. „Was haben die Menschen die letzten fünf Jahre am meisten vermisst? Das war die Rheinfähre“, äußerte Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch, der die Schirmherrschaft für das Fährenfest übernommen hatte. Als Zeichen der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, insbesondere diesen beiden Grenzregionen ließ Wolfgang Müller, ehemaliger Vorsitzender des Kreistaubenzüchterverbandes, 30 für dieses Ereignis gezüchtete Tauben fliegen. „Willkommen, mon ami“ sangen Dieter Kersten und der elsässische „Johnny Hallyday“ Jean-Claude Bader.

„Wir sind gekommen, weil wir die neue Fähre sehen wollten und heute hier mehr los ist als in Straßburg“, erzählten Besucher. „Das ist ein ganz tolles Fest, haben nur überall lange warten müssen“, berichtete ein Ehepaar, das aus Pforzheim gekommen war. „Die alte Fähre habe ich schon als Kind gekannt, jetzt bin ich zum Fest gekommen, das mir gut gefällt“, berichtete eine 20-Jährige aus einer Nachbargemeinde.

Musik von verschiedenen Musikgruppen hallte vom anderen Rheinufer, und die pyrotechnische Show mit Licht, Wasser, Musik und Feuerwerk auf Seltzer Seite brachte auf Plittersdorfer Seite Romantik am Rhein, der an diesem Wochenende keine Grenze war. Auch nicht für die nächste Generation, die Grundschulkinder aus Seltz und Plittersdorf, die nach ihren gemeinsamen Auftritten winkend auf der Fähre standen.

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