
Rastatt/Seltz/Neuburg (aer). Der Pamina-Rheinpark erlebte am Sonntag ein großes Familien-Freudenfest, bei dem die Hauptattraktion des Tages die neue Fähre „Saletio“ war. Rund 20.000 Besucher waren an diesem herrlichen Spätsommertag mit Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs, um das große Freilichtmuseum zu besuchen und natürlich mit der neuen Fähre „Saletio“ überzusetzen. „Offene Tür im Pamina-Rheinpark“, „Radeln ohne Grenzen“ und „Pamina-Fest“ in Seltz, dazu das „Fährfest“ in Plittersdorf unter dem Motto „700 Jahre Fährverbindung“ – geboten wurde, was das Herz der kleinen und großen Besucher begehrte.
Bereits am Vormittag startete eine Gruppe von 28 Radlern nach einer Führung im „Hardtmuseum“ Durmersheim mit dem Fahrrad, um die Rheinauen und ihre Schätze wie die Würmersheimer Kirche oder Wegkreuze zu entdecken. Im elsässischen Mothern am „Maison de la Wacht“ begann eine Gruppe Wanderer mit dem geführten, acht Kilometer langen Spaziergang zur Entdeckung des Rheinufers. Auf eine fast 40 Kilometer lange Fahrradtour machten sich einige Radler vom Iffezheimer Fahreck aus. „Toll, was es da alles zu entdecken gibt“, bemerkte eine Radlerin, die aus Mannheim gekommen war und sich jetzt in die lange Reihe der Wartenden einfügte, um mit „Saletio“ überzusetzen. Ganz frisch aus der Taufe gehoben, musste die neue Fähre an diesem Wochenende bereits mehr als 10.000 Passagiere befördern.
Nicht ganz so gut besucht wie in den Vorjahren waren andere Stationen und Museen zwischen Leimersheim und Drusenheim, wo die Besucher nur tröpfchenweise eintrafen. „Die meisten Veranstalter sind jedoch mit dem Besuch zufrieden, aber es war natürlich klar, dass in Seltz und Plittersdorf das Gros der Besucher verweilt“, bemerkte Claus Haberecht, Geschäftsführer des Pamina-Rheinparks. Erstaunlich viele Besucher haben sich an den Pamina-Informationsständen mit Prospekten und Radwegekarten versorgt, da einer ihrer nächsten Kurzurlaube nochmals zurück in diese grenzüberschreitende Region führen soll.
Auf wenig Resonanz sei in diesem Jahr das „Radeln ohne Grenzen“ im Lautertal gestoßen, denn die meisten Radler seien entlang des Rheins unterwegs gewesen, äußerte Haberecht. Und diese trafen alle in Seltz ein, wo sich zehn Gemeinden des Pamina-Rheinparks en bloque beim „dritten Pamina-Fest“ vorstellten. Unter dem Motto „Hoppla Pamina“ präsentierten sie Besonderheiten aus ihrer Heimatgemeinde, ließen altes am Rhein bekanntes Handwerk wieder aufleben und sich schon auch mal über die Schulter schauen. Einblicke in die Natur beiderseits des Rheins boten das Kreisforstamt Rastatt und das Forstamt aus Philippsburg. Bauersfrauen aus der Festung Germersheim erschienen in alter Tracht, weit dufteten die Seifen aus der Seifenmanufaktur Kandel. Anziehungspunkt war die rollende Schuhfabrik aus Hauenstein, aber auch die Straußenfarm aus Rülzheim.
An der Eröffnung des „Pamina-Festes“ nahmen auch Bienenkönigin Natascha Hanß aus Kandel und das 12. Odderschemer Bärenpaar Claudia I und Udo I, zahlreiche Bürgermeister der beteiligten Gemeinden und eine Kindertanzgruppe aus Germersheim teil. „Dank der Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist es den Gemeinden gelungen, ein großes touristisches Projekt zu verwirklichen. Ich wünsche, dass die Grenzen keine Bedeutung mehr haben in unserem Zusammenleben und in unserem gemeinsamen Wirken“, bemerkte Hugues Kraemer, Bürgermeister von Seltz und Vorsitzender des Pamina-Rheinparks. Das schönste Symbol für diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei die Wiederinbetriebnahme der Fährverbindung zwischen den Bewohnern der beiden Rheinufer.