Pressemeldung

Rastatt-Plittersdorf/Seltz (ar). Das Lieblingskind der elsässisch-badischen Grenzregion – die Fähre zwischen dem Rastatter Stadtteil Plittersdorf und dem französischen Nachbarn Seltz - ist am Wochenende überaus herzlich in seiner Heimat willkommen geheißen worden. Am Sonntagmorgen gaben sich politische Vertreter aus den drei Grenzregionen Baden, Elsass und Pfalz ein großes Stelldichein, um die neue Fähre „Saletio“ feierlich aus der Taufe zu heben.

 

„Eine neue Geschichte des Rheins hat heute Morgen begonnen. Der Rhein, der uns lange getrennt hat, verbindet uns, und wir feiern ein großes Fest der Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen“, bemerkte Guy-Dominique Kennel, Präsident des unterelsässischen Generalrates im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten an der Fähranlagestelle in Seltz. Dies sei eine Einweihung mit sehr viel Symbolcharakter, denn nicht nur historisch und technisch sei diese Fähre eine Besonderheit, sie berge auch einen wirtschaftlichen, sozialen und touristischen Aspekt. Nicht zu vergessen der Umweltaspekt, denn durch die Solartechnik der neuen Fähre könnten täglich rund 250 Liter Treibstoff eingespart werden. Dankesworte richtete er an die deutsche Seite für die finanzielle Unterstützung, auch wenn diese klein ausgefallen sei.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Folkloregruppe aus dem elsässischen Dauerndorf, und nicht wenige Frauen kamen in elsässischer Tracht zu Ehren dieses Tages.

Man habe nie die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Fähre aufgegeben und viel dafür gekämpft. Nun könnten die Bürger von beiden Ufern des Rheins wieder mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß die Region entdecken, äußerte Hugues Kraemer, Bürgermeister von Seltz.

Die neue Fähre sei eine elementare Lebensader für Aktivitäten und Begegnungen der Menschen beiderseits des Rheins, betonte Landrat Jürgen Bäuerle in seiner Ansprache. Fähren dürften in dieser Raumschaft nicht nur vor dem kulturhistorischen Hintergrund gesehen werden, sondern auch unter dem Aspekt der wachsenden touristischen Inanspruchnahme des gesamten Pamina-Rheinparks. Einen besonderen Dank richtete er an alle Mitstreiter, die sich beharrlich für de Wiederinbetriebnahme dieser Fährverbindung eingesetzt hätten, aber auch an die elsässischen Politiker für ihr großes finanzielles Engagement. Mit diesem Projekt hätten die französischen Freunde aber auch ein deutliches Zeichen dahingehend gesetzt, wie wichtig Übergänge für eine gemeinsame Zukunft am Oberrhein seien. Die Rheinfähre Seltz-Rastatt-Plittersdorf könne man als touristischen und infrastrukturellen Leuchtturm im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Pamina-Raum bezeichnen.

Gemeinsam mit den beiden Patinnen, den 13-jährigen Mädchen Julie Ball und Valentine Seiler aus der bilingualen Schule, wurde das Taufkind „Saletio“ gebührend begossen.

           

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