
Rastatt/Seltz (ar). Man muss nicht in die Ferne schweifen, um Neues zu entdecken. Der zwischenzeitlich weit über die Region hinaus bekannte „Tag der offenen Tür im Pamina-Rheinpark“ bot am Christi-Himmelfahrtstag wieder einmal die Gelegenheit, Natur und Kultur direkt vor der eigenen Haustür zu erforschen.
Der Wettergott meinte es auch in diesem Jahr nicht unbedingt gut mit den zahlreichen Besuchern, die nicht nur aus dem Dreiländereck Nordelsass-Südpfalz-Baden angereist waren, um die Rheinauen, ihre Museen und das Leben in früheren Jahren kennen zu lernen. Überall zwischen Karlsruhe und der Fähre Drusenheim sah man Autos mit Nummernschildern aus dem Stuttgarter und Pforzheimer Raum, aus Frankfurt, Mannheim oder Offenburg. Ganz mutige, unter ihnen viele der mittleren und älteren Generation, hatten sich trotz der Wetterprognosen auf das Fahrrad getraut, erkundeten die Pamina Radwanderwege oder abseits der Strecken die innenliegende Naturvielfalt der Rheinauen.
„Dieses Mal haben wir keine zentrale Großveranstaltung, doch rund 20 Einzelveranstaltungen wie geöffnete Museen und verschiedene Attraktionen“, bemerkte Siegfried Schaaf, Vorsitzender des Pamina-Rheinpark und Bürgermeister von Steinmauern. Bewusst habe man in diesem Jahr verschiedene Besonderheiten wie den Federbach herausgestellt, äußerte Schaaf, der mit Stolz hinzufügte, man sei auch in der Pfalz angekommen. Dort luden Hildegard und Alfred Müller in der jüngsten Mitgliedsgemeinde auf ihr Hofgut ein.
In Lauterbourg nahmen am Nachmittag 30 Gäste an einer historischen Stadtführung teil, und in Seltz hatten sich bereits am frühen Morgen 60 Personen auf die Wanderung durch den Niederwald beteiligt. Rheinpark-Guide Paul Hengsbach nahm zehn Besucher mit auf eine 40 Kilometer lange Radtour entlang des Federbachs. „Ich bin von Karlsruhe hierher geradelt, um einiges über den Federbach zu erfahren“, bemerkte ein Besucher.
Im „Riedmuseum“ in Rastatt-Ottersdorf – dem Herzstück des Pamina-Rheinpark – ließ sich währenddessen eine 20-köpfige Gruppe aus Frankfurt von Iris Baumgärnter durch das alte Burster-Haus führen. Felix, Momo und Mathilda durften derweil mit Museumspädagogen Eric Schütt Brot und Salzkuchen backen und den Ofen im Backhäuschen anschüren.
„Wir möchten das Museum erlebbar machen“, bemerkte Mechthilde Häusler vom katholischen Kindergarten Elchesheim-Illingen, die gemeinsam mit Marianne Heinzler im „Museum für Arbeit am Rhein“ das Filzen vorstellte. Reinhold Merklingers Vorträge über das aktive naturverbundene Fliegenfischen stießen ebenfalls auf gute Resonanz.
„Schön ist, dass durch den Tag der offenen Tür im Pamina-Rheinpark auch zahlreiche alte Handwerkskünste nicht in Vergessenheit geraten“, erklärte Schaaf vor dem Flößermuseum in Steinmauern. Manfred Unser und seine Mannschaft zeigten dort wie man früher Flöße mit Haselnusswieden zusammenband. „Die haben soviel Kraft wie Stahlseile“, freute er sich über das Interesse der Besucher.